Mittwoch, 2. August 2017

Barmbeker Messerstecher: Huch, wer hat denn das (unsichtbare) ISIS-Fähnlein in den Spind gehängt?



Im Fall des kriminellen Ausländers, der in Hamburg-Barmbek einen Menschen mit dem Messer tötete und mehrere Passanten verletzte, gab es bislang nicht die geringsten Hinweise auf einen Bezug des präsentierten Täters zum CIA-unterstützten „Islamischen Staat“ (IS/ISIS). Selbst die Bundesanwaltschaft erging sich in ihrer Pressemitteilung vom 31.08.2017 nur in abwegigen Vermutungen und musste zugeben, keine konkreten Hinweise auf IS-Verbindungen zu haben.

Wer oder was sitzt da eigentlich im Peterwagen? Sieht aus wie eine Puppe... Chucky, bist du es?


Das wurde offenbar von wem auch immer als eine Art Handlungsanweisung verstanden, bei den „Beweismitteln“ ein wenig „nachzulegen“. Und siehe da: Plötzlich verkünden unsere „Qualitätsmedien“ von BILD bis FOCUS, dass der präsentierte Täter Ahmad A. einen „ISIS-Wimpel“ in seinem Spind hängen gehabt hätte. Angeblich hätten „die Ermittler“ eine solche Flagge dort gefunden. Endlich ist der „schlagende Beweis“ gefunden worden, dass es sich doch um einen waschechten Terroranschlag gehandelt hat – oder nicht?

Nun, ein Beweisfoto von dem sensationellen Fund gibt es bislang leider nicht, und das, obwohl

a) die Polizei immer Tatortfotos von allen Funden macht

b) es keinen Grund gibt, warum die Polizei das Foto geheim halten sollte

c) es nicht plausibel ist, warum ausgerechnet bei diesem Fund keine Fotoreporter zugelassen worden sein sollten, um selbst Aufnahmen davon zu machen

Die Frage wäre ja auch, warum von diesem wichtigen „Beweis“ erst jetzt die Rede ist, obwohl die erste Razzia in der Unterkunft unmittelbar am Tattag erfolgte.

Wurde das ISIS-Fähnlein denn nicht gleich bei der ersten Razzia am 28.07. gefunden?

Wenn doch, warum wurde das nicht sofort der Öffentlichkeit präsentiert, obwohl doch gerade nach solchen Anhaltspunkten dringend gesucht wurde? Am Tag nach der Razzia (29.07.) hielten die Hamburger Ermittler eine große Pressekonferenz ab. Warum kam das ISIS-Fähnlein dort gar nicht zur Sprache?

Wenn das ISIS-Fähnlein erst später im Nachherein „gefunden“ wurde, wann genau war das und wer hat es „gefunden“? Und wer kann sicherstellen, dass

a) es wirklich der Spind des präsentierten Täters war? (die sehen in solchen Unterkünften alle gleich aus, sind austauschbar, meist stehen keine Namen drauf)

b) der Spind für niemanden zugänglich war, z.B. durch Verplomben zum Zeitpunkt der ersten Razzia?

Unsere Qualitätsmedien arbeiten auch in dieser Sache mal wieder nach derselben entlarvenden Masche wie immer: Alle berichten darüber, als ob es ein klarer Fakt wäre, aber niemand kann Ross und Reiter nennen. Urheber der Meldung ist offenbar ausgerechnet die BILD-Zeitung, das CIA-nahe Atlantikbrückenblatt der Machteliten. Der FOCUS schreibt dazu: „Das Fähnchen sei an der Innenseite der Spindtür angebracht gewesen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung ohne nähere Angabe von Quellen." Aha, OHNE Angabe von Quellen also. Die geheimdienstnahe BILD-Zeitung ist mal wieder ihre eigene „Quelle“ und setzt einfach eine Behauptung in die Welt, wohlwissend, dass alle anderen „Leitmedien“ ihr folgen werden.

Ob wirklich ein „ISIS-Wimpel“ gefunden wurde, wer den dort reingehängt hat und wann das passiert sein soll, spielt für die BILD-Propaganda offenbar keine Rolle. Hauptsache, der ominöse „ISIS“ konnte pflichtgemäß ins Spiel gebracht werden. So hängen die Hofberichterstatter der Mächtigen ihr Fähnlein in die Spinde, pardon, ihr Fähnlein in den Winde. Das angebliche Auffinden des Fähnleins nützt derzeit nur bestimmten politischen Kreisen, die auf Krampf Terrorpanik schüren wollen.

Ein Beweis jedoch ist ein solches ISIS-Fähnlein für gar nichts. Selbst wenn es der präsentierte Täter eigenhändig in seinen Spind gebaumelt hätte, könnte er das immer noch auf Anweisung irgendwelcher Dienste getan haben. Interessant an der Spind-Version sind auch folgende Punkte:

1) Der Mann hätte sich mit dem Beschaffen seines Fan-Wimpels auffallend arg beeilt haben müssen, denn laut Bundesanwaltschaft fing er ja erst zwei Tage vor der Tat an, sich überhaupt als „Islamist“ zu fühlen und eine „entsprechende Lebensweise“ zu beginnen.

2) Niemand beschafft sich einen Wimpel, um den unsichtbar im Spind vergammeln zu lassen. Da können Sie jeden Fußballfan, Flaggensammler o.ä. fragen. Mit Fahnen und Postern wird üblicherweise das ganze Zimmer bzw. der ganze Spind dekoriert, und zwar nach außen, weil man stolz darauf ist und es allen zeigen will. Nur der Wimpel des Täters MUSS Innen gehangen haben, weil sonst jeder Mitbewohner sagen würde `Moment mal, bei dem hing nie eine solche Fahne`.

Fazit: Die Nummer mit dem „ISIS-Wimpel“ wirkt stark konstruiert, ist unbelegt und als Beweis außerdem unbrauchbar. Taugt nur als Massenpropaganda, um „Chucky, die Mörderpuppe“ mit ISIS in Verbindung zu bringen. Warum „Chucky“? Na schauen Sie sich doch mal das Foto des Täters im Polizeiwagen an. Was immer da sitzt, sieht unter der Plastikhaube wie eine Puppe aus, oder nicht?

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